Der Krieg und das Kriegsende 1945 hatten ihre furchtbaren Spuren hinterlassen. Die Ängste, die der Krieg mit all seinen Begleiterscheinungen ausgelöst hatte, und der anschließende Prozess der „Entnazifizierung“ durch die Amerikaner hatten lähmend gewirkt. Etwa ein dreiviertel Jahr nach dem Einmarsch der Amerikaner schien sich das Leben zu normalisieren, doch die Ernährungslage blieb katastrophal.
Trotz dieser schwierigen Umstände gründeten Hedwig und Karl Banzhaf die Arbeitsgemeinschaft für gesunde Lebensweise in der Unterlimpurger Straße. Hedwig Banzhaf war ernährungsbewusst und kannte viele Naturheilmittel, während Karl Banzhaf als Organisator und Vorsitzender vielfältige Aufgaben übernahm. Die ersten Versammlungen fanden in wechselnden Räumen statt, darunter Weinstuben, Schafställe und der Solbad-Saal. Unterstützung erhielten sie durch die Gruppe Baden-Württemberg des Deutschen Naturheilbundes, die Vortragslisten, Broschüren und Werbematerial bereitstellte.
Nach dem plötzlichen Tod von Karl Banzhaf 1962 übernahm Emil Scheffel vorübergehend den Vorsitz, bevor 1965 Rudolf Zimpel, damals 38 Jahre alt, das Amt übernahm. Mit seiner gewissenhaften Arbeit und Unterstützung durch Berater wie Joseph Graf gelang es Zimpel, die Anzahl der Vorträge zu erhöhen und bessere Räumlichkeiten in der Hospitalkirche zu sichern. Unter seiner Führung wuchs der Verein sowohl in Mitgliederzahl als auch in Aktivitäten.
Zimpel engagierte sich besonders für Umweltfragen und biologischen Landbau, setzte sich für Änderungen im Pflanzenschutzgesetz ein und thematisierte gesundheitliche Risiken durch Umweltverschmutzung. Trotz Konkurrenz durch Kneipp-Vereine konnte die Arbeitsgemeinschaft gestärkt bestehen. In den folgenden Jahrzehnten wurden Vorstand und Beirat kontinuierlich erweitert, um die steigenden Mitgliederzahlen und das wachsende Veranstaltungsangebot zu organisieren.
Ab den 1990er Jahren nahm die Arbeitsgemeinschaft an Bedeutung zu, mit Bundesversammlungen und der Übernahme des Bundesvorsitzes durch Dr. med. Johann Abele 1986. Rudolf Zimpel übergab 2000 den Vorsitz an Johanna Hetzel, bevor zwischen 2009 und 2011 mehrere Wechsel im Vorstand erfolgten. Trotz dieser Herausforderungen konnte das Vereinsprogramm interessant und vielfältig gestaltet werden, inklusive Naturheiltagen, Kooperationen mit der Volkshochschule und der eigenständigen Pflege der Vereins-Homepage.
2016 wurde das 70-jährige Bestehen gefeiert, 2018 erfolgte die Umbenennung in „Naturheilverein Schwäbisch Hall e.V.“, um Außenwirkung und Verständnis für die Arbeit zu stärken. Die Mitgliedsbeiträge stiegen moderat an, zuletzt auf 50 € im Jahr 2024. Auch während Corona wurden Veranstaltungen digital umgesetzt, und der Tag der Naturheilkunde findet seit 2022 jährlich im Brenzhaus statt, wodurch der Verein weiterhin aktiv und präsent bleibt.
Möchten Sie sich für Gesundheit, Natur und Gemeinschaft einsetzen? Ob bei Veranstaltungen, Organisation oder kreativen Ideen – bei uns zählt jede helfende Hand. Bringen Sie sich ein – nach Ihren Möglichkeiten und Interessen.